Traumatherapie Erfahrungsbericht

Gespräch mit einem feinen Menschen (Namen geändert):

Paul ist heute ein junger Mann, 31 Jahre alt, geboren und aufgewachsen in Bremen. Heute lebt er in Heilbronn.


Pauls Geschichte:

Die Erinnerungen an seinen Vater beschreibt Paul mir im Gespräch als cholerisch, laut und geprägt von Gewaltausbrüchen. Sein Vater, Michael, habe viel Alkohol getrunken und drohte, seine Mutter, ihn sowie seinen 2 Jahre jüngeren Bruder umzubringen, sollten sie sich von ihm trennen. 

Er habe Erinnerungen, in denen sein Vater mit seinem Auto über das Blumenbeet fuhr und seinen im Nachbarhaus wohnenden Großvater zwischen Auto und Garagentor einzuklemmen versuchte, als dieser helfen wollte. Eine weitere Erinnerung ist eine Küchenszene, in der Michael mit lautem Schreien, im Beisein der Kinder, eine gefüllte Glas-Ketchup-Flasche nach seiner Frau warf und sie traf. 


Die Kinder versteckten sich
oft unter dem Bett

...während der Vater "kommt raus!" schrie. Der kleinere Bruder war schockerstarrt und Paul, als älterer von den Beiden, habe auch Schläge bekommen.

Nach weiteren Streitereien wurde die Polizei alarmiert und der Vater des Hauses verwiesen. Eine gerichtliche Unterlassungsverfügung folgte, auch penetranter Anruf-Terror und Morddrohungen "Ihr seid alle drei dran! Ich bring euch alle um! Wenn ich euch erwische, seid ihr alle fällig!" folgten auf dem Anrufbeantworter.

Fensterscheiben wurden eingeschlagen, diverse Sachbeschädigungen, Strafanzeigen und gerichtliche Unterlassungsverfügungen wurden in Ordnern gesammelt. Der Vater habe hasserfüllt die Urteile und die daraus folgenden Ersatzfreiheitsstrafe-Haftbefehle nicht bezahlt und sei dann lieber für zwei, manchmal drei Tage, ins Gefängnis gegangenen.

Trauma aus der Kindheit verarbeiten

Unterhaltszahlungen blieben aus, ein über zehn Jahre andauernder Rosenkrieg folgte inklusive Verfolgungsfahrten mit der Mutter, auch mit der Polizei... Als einziger Ausweg blieb die Flucht. Sie fuhren zum Flughafen und flogen in die Türkei. Anfangs lebten Paul zusammen mit seiner Mutter und seinem kleinen Bruder irgendwo in der Türkei auf der Straße - sie schliefen am Strand, ohne ausreichende Kleidung und Versorgung, ohne Schule, ohne Sprachkenntnisse und ohne vertraute Personen.

Sie fanden eine kleine Wohnung, in der Nähe war ein Kiosk, in dem sie sich mit Lebensmitteln versorgten. Ein paar Mal habe seine Mutter ihn mit seinem jüngeren Bruder ein paar Tage allein in der Wohnung gelassen und sei weg gewesen.

Paul berichtet, dass sie wegen der Schulpflicht in Deutschland gesucht wurden und er nach drei Monaten Aufenthalt in der Türkei gefunden, allein zur Deutschen Botschaft gebracht und nach Deutschland geflogen wurde. Sein jüngerer Bruder verblieb zunächst bei der Mutter, die einen Zusammenbruch erlitt, woraufhin der damals 14- jährige Bruder durch die Behörden in ein Kinderheim gebracht wurde.


 

Kinderheim in Deutschland

Die nächste Etappe von Paul bestand aus mehreren Monaten im Kinderheim in Süddeutschland. Zunächst allein, später zusammen mit seinem kleinen Bruder.

Heute ist Paul Angestellter, hat erfolgreich eine Ausbildung absolviert und ist glücklich verheiratet. Zu seinem leiblichen Vater und zur Mutter hat er kaum Kontakt, dafür jedoch einen um so engeren Kontakt zu seinem jüngeren Bruder. Paul feiert gerne, genießt das Leben, trinkt gerne Alkohol und liebt schnelle Autos.

Das ist die Geschichte von Paul und seiner Kindheit, die dominiert wird von Streit, häuslicher Gewalt, Drohungen und Morddrohungen durch seinen Vater. Von einem reichen und dominanten Großelternhaus und von seiner Mutter, die mit ihren zwei Söhnen über Nacht ausbricht und spurlos verschwindet.

Beide Betroffenen haben keine Therapie gemacht, beide haben Angst und traumatisierende Erlebnisse als Kind erlebt – beide haben als Mensch überlebt. Die Erinnerungen an die Kindheit sind kaum mit Worten zu beschreiben. Auf Nachfrage gibt Paul an, "Mein Vater ist für mich kein Thema. Ich bin ganz entspannt. Es ist auf Abruf wie abgespalten. Mein Vater hat kein Interesse an uns und ich lebe mein Leben. Ich kenne das so."


Traumatische Erfahrungen und Erlebnisse

Erfahrungsberichte können manchmal nicht unterschiedlicher sein. Menschen sind nach einem traumatischen Erlebnis meist geschockt und müssen stabilisiert werden. In meiner Praxis für Traumatherapie habe ich als Therapeutin Erfahrungen mit unterschiedlichen Formen von Traumata gemacht.

Einige Erfahrungsberichte meiner Patientinnen nach einem Trauma habe ich in guter Erinnerung. Typische Symptome sind zum Beispiel Hilflosigkeit und Angst. Nach einer ressourcenorientierten Stabilisierung in den ersten Sitzungen haben wir den Rahmen für Sicherheit und Geborgenheit geschaffen und nach individuellen Situationen Körper und Geist wieder verbunden. Die Wunden zu heilen, die gemachte Erfahrung etwas zu mildern, ist unter anderem eine Frage des Mitgefühls und für Mann wie Frau eine Art Anfang in ein neues glücklicheres Leben.


Kennen Sie selbst jemanden
mit traumatischen Erfahrungen?

Das Wort Trauma stammt aus dem Griechischen und bedeutet Wunde. Im Laufe unseres Lebens gibt es manchmal ein Erlebnis, das uns aus der Laufbahn wirft und das professionellere Unterstützung benötigt. Durch die professionelle Hilfe können Ängste vor den einschneidenden Erfahrungen genommen werden.

Belastende Beiträge werden nicht gelöscht, sie werden mit Hilfe der EMDR Therapie neu bewertet, bearbeitet und integriert, sodass wieder mehr Leichtigkeit und Entspannung bei der betroffenen Person erlebt werden kann. Dadurch wird auch die Qualität und Freude im Leben gesteigert.


Die EMDR Therapie

Eine in der Trauma Therapie anerkannte Methode ist die sogenannte EMDR Therapie. Die Funktionen dieser Therapien wurden unter den Betroffenen, Therapeuten und durch Mediziner getestet, evaluiert und erprobt.

Die EMDR Therapie (Eye Movement Desensitization & Reprocessing) kann vor allem in Fällen einer PTBS (posttraumatischen Belastungsstörung) gute Erfolge erzielen. Dabei werden durch die EMDR Traumatherapie das Trauma und die Situation mit den schlimmen Erinnerungen oder den traumatischen Erfahrungen und Ereignissen sowie den körperlichen Übergriffen individuell betrachtet. Das Trauma oder das stark belastende Erlebnis wird integriert und somit in der Belastungsintensität zu gemildert.

Durch Worte und eine bilaterale Stimulation, die auditiv, taktil oder visuell sein kann, ist es nachweislich möglich ein Trauma oder beeinträchtigende Inhalte aus der Kindheit oder Gegenwart zu integrieren. Dadurch kann ein Trauma durch einen professionell ausgebildeten Therapeuten oder eine Therapeutin angeleitet, emotional, kognitiv und physiologisch mit Hilfe von EMDR verarbeite werden.

Verfahren zur Stabilisierung sind zunächst vorrangig anzuwenden, um ein sichers Gefühl, Geborgenheit und Vertrauen zwischen Therapeutin/Therapeut und dem betroffenen Menschen herzustellen. Für die Art der EMDR Therapie ist die Bindung und die Sicherheit essenziell, um in der EMDR Sitzung Inhalte einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS), ein verletzendes Ereignis zu heilen.

Ein außerordentliches Maß an Mitgefühl, Ruhe und Zuversicht sollten bei Ihrem EMDR Therapeut oder Ihrer EMDR Therapeutin vorhanden sein, um Ihrerseits einen vertrauten Rahmen für eine Form des Gesprächs auf Augenhöhe und ein sich öffnen können zuzulassen.

Beispiele für eine erfolgreiche Aufarbeitung und Bewältigung eines Traumas, ein EMDR Erfahrungsbericht sowie eine persönliche Entwicklung können Sie bei mir auf meiner Webseite nachlesen oder auf den EMDR Webseiten des EMDR- Netzwerkes, dem ich auch als geprüfte EMDR Therapeutin angehöre.

Spezialisierte Kliniken oder ambulante EMDR -Traumatherapeuten/-Traumatherapeutinnen können Ereignisse mittels EMDR Traumatherapien integrieren. Konkrete Beispiele oder Situationen, wie eine erlebte Vergewaltigung, ein ausgeprägtes Trauma oder ein traumatisches Kriegsleiden, die als Voraussetzung für eine posttraumatische Belastungsstörung angesehen werden, können zu einer aktuellen Dysfunktion führen, da die Erlebnisse unverarbeitet sind.

Die genannten sowie weitere Traumas treten häufig durch aufdrängende bildliche Vorstellungen an das Ereignis, oft gekoppelt mit Geruchs- und Berührungserinnerungen, auf. Diese sogenannten Intrusionen können sich mit Taubheitsempfindungen und Schamgefühlen manifestieren. Wenn die traumatisierte Person nicht von ihrem psychischen Leid befreit wird, bleibt sie immer an das in der Vergangenheit liegende traumatische Ereignis, dass die Traumatisierung verursacht hat, gebunden. Die traumatisierte Person ist selbst nicht in der Lage, ihre gegenwärtige Einstellung und Reaktion zu Dingen wie etwa einer Berührung durch den geliebten Partner, frei zu wählen. Aus meiner Sicht als EMDR-Traumatherapeutin entsteht die aktuelle Dysfunktion durch eine Überflutung und die unzureichende Verarbeitung des ursächlichen, traumatisierenden Ereignisses. 

Während der EMDR Traumatherapie Sitzung werden frühere Ereignisse, die Sie emotional und physisch überwältigt und erstarren haben lassen, mit Hilfe von EMDR emotional, kognitiv und physiologisch durch einen Lernprozess verarbeitet.

Bestehende Selbstbewertungen wie zum Beispiel "Ich bin Schuld! Ich hätte mich wehren sollen!" werden im Laufe der EMDR Therapie zu einer Überzeugung und Gedanken werden zu: "Ich habe es gut gemacht, ich hatte ein Messer am Hals...!" oder "Ich wurde mit einem Messer bedroht und bin lebend aus der Situation herausgekommen!" hingeleitet.

Der EMDR Traumatherapie Prozess bedeutet ein psychisches Hineinwachsen, eine neue Identitätsfindung, wodurch eine Symptomlinderung stattfinden kann. Durch die anschließende Verarbeitung des Traumas kommt es zu einer Symptomauflösung, dem Ausbleiben von Furcht, Angst und Flashbacks oder Intrusionen. Alles was wir erleben, prägt uns - wir erleben unsere Gegenwart durch die Brille der Vergangenheit.

Obwohl sie Erwachsen sind, entsprechen Ihre Reaktionen denen Ihres verletzten inneren Kindes, egal wie Ihr gegenwärtiger Intelligenzgrad, Ihr Ausbildungsstatus und Ihr spiritueller Entwicklungsstand aussehen. Ihre Reaktion basiert auf dem gespeicherten dysfunktionalen Material, das Ihre Vergangenheit zur Gegenwart werden lässt. Jedes ursächliche Ereignis kann während einer EMDR Traumatherapie anvisiert behandelt werden. Nach den Ergebnissen kontrollierter Untersuchungen können etwa 85 bis 100 Prozent derjenigen, die unter nicht kriegsbedingter PTBS leiden, innerhalb von drei 90-minütigen Sitzungen oder einer anderen dieser Zeitspanne entsprechenden Therapie-Sitzungszahl erfolgreich behandelt werden.

Ein Teil der EMDR Traumatherapiearbeit besteht darin, alle zu dem Problem beitragenden Erlebnisse mit negativer Wirkung zu verarbeiten.

Es tut gut, mit dem Herzen zu sehen. Sorgen Sie dafür, dass es Ihrem Herzen und Ihnen gut geht.

Ich begleite Sie gerne auf Ihrem Herzensweg!

Fotos: https://pixabay.com/de/ & Henrike Ortwein

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