Traumatisierte Menschen erkennen – Diese Anzeichen deuten auf ein Trauma hin

Ein Trauma kann jeden Menschen treffen. Als Ursachen und Auslöser sind der Verlust eines geliebten Menschen, schwere Unfälle, aber auch das Erleben von Gewalt oder Missbrauch möglich. Nach solchen Erlebnissen fällt es dem menschlichen Körper und Geist oft schwer, das Erlebte zu verarbeiten. 

Der Betroffene kann das traumatisierende Ereignis nicht in seinem Erfahrungsschatz ablegen und Abstand dazu gewinnen. Vielmehr verharrt der Körper als Reaktion auf einem hohen Stresslevel. Nicht selten sind Folgeschäden wie die sogenannte Traumafolgestörung möglich.

Jede Person reagiert unterschiedlich auf traumatisierende Erfahrungen. Manche Menschen klagen über eine dauerhafte Erschöpfung, sind viel schreckhafter als früher, leiden ohne ersichtlichen Grund unter einer Art ständig anhaltendem Stress oder haben Magen-Darm Probleme. Die Symptome sind vielfältig und können von Fall zu Fall unterschiedlich ausfallen.

Wie können Sie als Außenstehender einen traumatisierten Menschen erkennen? Hierfür gibt es einige  Signale, die der Körper sendet. Eine Traumatherapie in Hamburg kann helfen, diese Symptome loszuwerden und Traumata zu verarbeiten.

Die Signale des Körpers: Trauma-Symptome richtig deuten

Meistens stellen sich Angehörige oder enge Freunde die Frage, wie man traumatisierte Menschen erkennen kann. Aber auch selbst kann man sich die Frage stellen, ob man von einem Trauma betroffen ist. Denn nicht immer sind die Anzeichen dafür auf den ersten Blick deutlich zu erkennen.

Damit Sie die Symptome besser deuten können, ist es wichtig, die unterschiedlichen Trauma-Arten zu kennen. Zum einen gibt es das Schocktrauma. Ein Schocktrauma wird meistens bei plötzlich auftretenden, schlimmen Ereignissen hervorgerufen. Beispielsweise durch einen Unfall oder eine verstörende Situation.

Bei einem Schocktrauma berichten die Betroffenen von Symptomen wie Flashbacks, bei denen das Ereignis immer wieder erlebt wird oder von Intrusionen, bei denen bestimmte Schlüsselreize die Erinnerung an den traumatischen Moment zurückholen.

Bei einem Entwicklungstrauma und einer posttraumatischen Entwicklungsstörung sind die Symptome oft subtiler und schwerer zu deuten. Oft kommt es bei den betroffenen Menschen zu einer Übererregung, wodurch das komplette Nervensystem auf einem konstant hohen Aktionslevel ist. Aber auch Schlaflosigkeit, Depression, Wutanfälle oder Konzentrationsschwierigkeiten sind mögliche Folgen und deuten auf eine Traumatisierung hin.

Wie Traumata richtig erkennen

Weitere typische Anzeichen und Aspekte einer Traumatisierung sind: 

  • das Wiedererleben, Flashbacks, Alpträume und Instrusionen
  • eine erhöhte Schreckhaftigkeit, Nervosität, Angst
  • schlechte Laune, Ungeduld und eine erhöhte, leichte Reizbarkeit
  • das Zurückziehen, eine emotionale Taubheit und Passivität
  • ein vermindertes Selbstwertgefühl, Scham und Misstrauen
  • negative Denkweisen, Hoffnungslosigkeit, Traurigkeit

Diese Traumafolgen können bei betroffenen Personen psychische Erkrankungen wie eine Depression, Suchterkrankungen oder Angststörungen als Folge haben . Wenn ein Mensch plötzlich viel schreckhafter oder ängstlicher ist als früher und ständig angespannt ist, können diese Symptome Hinweise eines möglichen Traumas sein. Das Nervensystem befindet sich sozusagen aus Angst vor weiteren schlimmen Situationen in ständiger Alarmbereitschaft.

Neben dem Wiedererleben der schlimmen Situation ist das Vemeiden von Allem, was an das Trauma erinnert, eine weitere typische Folge. In diesem Fall versucht die betroffene Person jegliche Informationen aus dem Gedächtnis zu verdrängen, die mit dem Trauma im Zusammenhang stehen. Auch Konfrontation mit Situationen, die an das Unglück erinnern oder damit im Zusammenhang stehen, werden gemieden. Falls keine Unterstützung zur Aufarbeitung des Ereignisses gegeben wird, können sich die Folgen der Vermeidungshaltung immer weiter ausbreiten.

Liegt eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) vor, treten die Reaktionen nicht sofort auf. Es können mehrere Wochen bis Monate, manchmal sogar Jahre seit dem Erlebnis vergehen, bis sich Symptome deutlich machen.

Kinder leiden besonders unter den Trauma-Folgen

Kinder nehmen während ihrer Entwicklung neue Erfahrungen auf und ordnen diese in ihren Erfahrungsschatz ein. Eine traumatische Erfahrung überfordert ein Kind, diese Erfahrungen auf dem normalen Weg einzuordnen und zu verarbeiten. Oft stellen sich Kinder die Fragen, ob die Ereignisse real waren, ob das Geschehene ihnen passiert ist oder ob die schlimme Erfahrung vorbei ist. Das Realitäts- und Zeitschema gerät durcheinander.

 Besonders, wenn es um die Frage der Verantwortung für das Trauma geht, haben Kinder Schwierigkeiten. Stammen die Traumatisierungen aus der Familie, wie etwa durch einen Missbrauch, Gewalt oder eine Vergewaltigung, erleben Kinder Gefühle wie Schuld oder Scham. Diese können in Wut oder gar Rachegefühle umschlagen. Das Grundgerüst der stabilen Familie und die Sicherheit sind zerstört und es entsteht ein Konflikt.

Hilfe bei Traumata Hamburg

Vor allem kleinere Kinder sind stark von ihren Bezugspersonen und Eltern abhängig. Damit sie wenigstens einen kleinen Teil Zuneigung und Liebe in ihrer Kindheit erfahren, nehmen sie häufig alle Schuld auf sich.  

Schaffen es Kinder oder Jugendliche nicht, den emotionalen Zustand erträglich zu gestalten, versuchen sie häufig, eine Hilfe durch äußeres Verhalten zu erreichen.

Essstörungen, Sucht oder selbstschädigende Handlungen sind eindeutige Anzeichen dafür, dass die Seele und Gefühle eines Kindes mit einer so starken Verletzung, wie sie durch ein Trauma entsteht, überfordert sind.

In der Regel kann hier nur ein Therapeut oder in schlimmen Fällen sogar der Aufenthalt in einer Psychiatrie helfen.

Wie Ihnen eine Therapie hilft

Sie haben das Gefühl, dass Ihre komplette Welt aus den Fugen geraten ist und nichts mehr so ist, wie zuvor? Dann ist eine Therapie ein wichtiger Schritt zurück in ein positives Leben.

Eine Traumatherapie gibt Ihnen das Gefühl, sich wieder sicher fühlen zu können. Oft reicht eine ambulante Psychotherapie aus, um die Symptome zu behandeln.

Gemeinsam mit Ihnen entwickeln wir in meiner Therapie eine Vorstellung darüber, wieso die Symptome existieren. Wir gehen der Frage nach, woher sie kommen, wieso sie nicht weggehen und welche Auswirkungen die Symptome auf ihr aktuelles Leben haben. Gemeinsam ermitteln wir Ihre Bedürfnisse und bilden eine positive Basis für den Alltag.

Sie werden schnell feststellen, dass Sie sich beim Beantworten dieser Fragen selbst besser kennenlernen und nach und nach wieder die Kontrolle über Ihr Leben zurückgewinnen. Sobald Sie die Erlebnisse der Traumatisierung soweit verarbeitet haben, dass Sie über das Thema sprechen können, ohne dass Sie dabei ein Gefühl der Hilflosigkeit überkommt, haben Sie bereits sehr viel erreicht. Ihnen wird auffallen, dass der Alltag wieder einfacher zu bewältigen ist und die schlimmen Ereignisse nicht mehr im Vordergrund stehen.

Die allerwichtigste Erkenntnis während einer Therapie: Die Therapie machen immer Sie selbst, als Patient!

Gerne können Sie sich auf meiner Website rund um das Thema Trauma informieren. Dort finden Sie neben vielen weiteren Informationen auch meinen Podcast zum Thema Achtsamkeit, Selbstliebe und innere Ruhe.

Fotos: https://pixabay.com/de/ & Henrike Ortwein

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